Die Historie des Gasthaus zum Lamm

Eine bewegte Geschichte

Es waren schwere Zeiten.

Der spanische Erbfolgekrieg zwischen den Kaiserlichen und Franzosen (1701 – 1713) spielte sich auch um die Festung Billikam (Billigheim) ab. Erst 1703 hatten die Franzosen Billigheim geplündert. Über Jahre hinweg war die Stadt Billigheim (Marktrecht seit 1450) der Willkür der wechselnden Kriegsparteien ausgeliefert. In dieser Zeit wurde 1708 das Gasthaus zum Lamm gebaut. Es bestand vorwiegend aus der Wirtsstube und Übernachtungszimmern. Es soll zu der Zeit auch schon einen Tanzsaal im ersten Obergeschoss gegeben haben.

Der Winter 1708/09 war in der Pfalz, sowie in Mittel-, Ost- und Südeuropa einer der kältesten Winter des Jahrtausends. Um Billikam kam die Landwirtschaft zum Erliegen, die Wintersaat erfror und der Winter ließ eine schwache Wein- und Obsternte erwarten, sowie eine große Hungersnot, auch durch den noch andauernden Erbfolgekrieg. England und Irland waren von dieser Katastrophe nicht betroffen. So machten sich viel aus der Pfalz auf und wanderten nach England und Irland aus. 

Nach dem Erbfolgekrieg ging es denen in Billigkam etwas besser. Der Kurfürst Carl Theodor führte zwar mäßige Steuern ein, die wurden aber durch die parteiischen (katholischen) Beamten des Oberamtes Germersheim einseitig ausgelegt und auch gegen die protestantischen Bürger verwendet. So gab es in dieser Zeit auch nur katholische Bedienstete in der Stadt.

Die Französische Revolution kam gerade richtig. Nachdem man in Ingenheim und Mühlhofen den Freiheitsbaum aufgepflanzte, wurde Billigheim der Hauptsitz der revolutionären Bewegung. Auch im Gasthaus zum Lamm dürften sich turbulente Versammlungen abgespielt haben.

 

Mündliche Überlieferungen behaupten, dass auch Kaiser Napoleon mit einigen hochrangigen Offizieren hier nächtigte – das kann jedoch nicht belegt werden. Belegt ist jedoch, dass Napoleon im Oktober 1808 von einer Rückreise von Erfurt über Mainz – Speyer – Neustadt – Landau – Billigheim – Barbelroth – Weißenburg reiste (1.300 Jahre Billigheim, Gmd. Billigheim, S.106) und mit Sicherheit in Billigheim Rast machte.

In der Zeit, als die Pfalz bayrisch (ab 1816) war,  wurde das Gebäude 1910 erstmals renoviert. Im Laufe der Zeit wurde das Gasthaus zum Lamm als Färberei für Textilen genutzt.

Ab ca. 1950  hatte die Glaserei Weiß (jetzt: Fensterbau Weiß & Sohn), zusammen mit einem Handarbeitsgeschäft, hier ihren Sitz, bevor der Fensterbau in der Mozartstraße aufgenommen wurde. 1950 erfolgte auch die zweite Renovierung des Gebäudes.

Der nächste Betreiber war das Friseurgeschäft der Familie Rottmann, das bis 2015 im Erdgeschoss betrieben wurde.

Im  November 2016 wurde das Haus wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Wirtshaus zugeführt, das nun von Familie Werle betrieben wird.


Wir freuen uns auf viele interesante Begegnungen und wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt im Gasthaus Lamm in Billgheim.

Ihre Familie Werle